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Schadet die Mietpreisbremse dem Mieter am Ende?

Endlich eine Entlastung für Mieter – es wurde auch Zeit! Die Rede ist von der sogenannten Mietpreisbreme, die im nächsten Jahr in Deutschland gesetzlich verankert wird. Die neue Regelung besagt, dass bei einer Neuvermietung der Mietpreis maximal zehn Prozent über der ortsüblichen Vergleichsmiete liegen darf.

Insbesondere in begehrten Großstädten wie München, Köln, Berlin oder Hamburg dürfte diese Neuerung einschlagen wie eine Bombe und eine deutliche Entlastung für Mieter bringen. Doch wo Licht, da ist auch Schatten. Experten befürchten, dass die Mietpreisbreme langfristig sogar Schaden für die Mieter bringen könnte.

Doch woran könnte das liegen?

Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) veröffentlichte kürzlich die Ergebnisse einer aktuellen Studie, die sich mit den möglichen Folgen der Mietpreisbremse beschäftigt. Laut Meinung der Experten wird sich die neue Regelung zwar kurzfristig positiv für Mieter auswirken, auf Dauer gesehen könnten sich jedoch durchaus Nachteile daraus ergeben.

Im Rahmen der Studie wurden rund 80.000 Inserate aus einer der bekanntesten Internetplattformen für Immobilien untersucht und ausgewertet. Dabei ging man fiktiv davon aus, dass die Mietpreisbremse bereits im Jahr 2014 in Kraft getreten sei und untersuchte, welche Auswirkungen sich dabei auf Mietwohnungen in den Städten Berlin und Köln ergeben hätten.

Die Ergebnisse sind beachtlich: So lagen beispielsweise die Mieten für Wohnungen in guten Lagen in Berlin in 72 % der untersuchten Fälle oberhalb der Zehn-Prozent-Grenze. In Köln hätten sogar 87 % oberhalb der Grenze gelegen, allerdings nur in einfachen Lagen. Fasst man die Angebote in allen Lagen in den genannten Städten zusammen, so wären laut Studie in Berlin rund 60 % aller Angebote in Sinne der Mietpreisbremse illegal, in Köln wären es immer noch 43 % gewesen. Damit zeigt sich, dass die Mietpreisbremse nicht etwa nur ein paar vereinzelte Angebote trifft, sondern mitunter sogar den größten Teil.

Wie gesagt: Für Mieter hört sich das alles erst einmal sehr gut an. Ein großer Teil der Mietwohnungen in Deutschland wird ab dem nächsten Jahr billiger werden. Wo soll also der Nachteil für Mieter liegen?

Um diese Frage beantworten zu können, muss man sich in die Lage eines Vermieters versetzen. Was würden Sie tun, wenn Sie wüssten, dass die Mieteinnahmen Ihres Objektes in Zukunft deutlich geringer ausfallen werden?

Richtig: Sie würden zusehen, dass Sie Ihr Objekt so schnell wie möglich an einen Selbstnutzer verkaufen. Genau hier liegt das Problem. Experten vermuten, dass immer mehr Wohnungseigentümer ab 2015 dazu übergehen werden, ihre Objekte nicht mehr zu vermieten, sondern zu verkaufen. Dadurch wird die Zahl der Mietwohnungen in Deutschland spürbar zurückgehen, was die Wohnungsknappheit gerade in den begehrten Großstädten noch weiter verschärfen wird. In diesem Zuge werden auch Investoren künftig lieber Abstand von Objekten mit Mietwohnungen nehmen. Ob es wirklich so kommt, kann heute noch niemand zuverlässig voraussehen.

Dezember 2014


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