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Ist Immobilien-Crowdfunding eine Alternative zur herkömmlichen Finanzierung?

Es ist ein typisch englisches Kunstwort, das sich inzwischen aber auch bei uns eingebürgert hat: Crowdfunding. Man versteht darunter eine neuartige Finanzierungsform, bei der eine große Masse an Investoren jeweils einen kleinen Beitrag zur gewünschten Finanzierung leistet. Daher lässt sich der Begriff auch ins Deutsche mit „Schwarmfinanzierung“ übersetzen.

Insbesondere im Bereich der Startup-Unternehmen ist diese Finanzierungsart innerhalb der letzten Jahre bekannt geworden. Es wird nach sogenannten Mikroinvestoren gesucht, die jeweils einen kleinen Betrag in das Projekt investieren und dafür eine Gegenleistung erhalten, zum Beispiel ein fertiges Produkt, eine kleine Unternehmensbeteiligung oder Umsatzbeteiligung etc.

Im Grunde war es nur eine Frage der Zeit, bis dieses Konzept auch auf andere Bereiche ausgeweitet wird. Mittlerweile ist Crowdfunding auch im Immobilienbereich angekommen, es hat sich allerdings noch längst nicht flächendeckend durchgesetzt. Überhaupt steht zunächst einmal die Frage im Raum: Ist diese Finanzierungsform für Immobilien grundsätzlich geeignet? Und - wenn ja - findet eine solche Finanzierungsform der Investoren und bei Kapitalnehmern überhaupt Anklang?

Um hier Licht ins Dunkel zu bringen, führte das Immobilienportal Immonet kürzlich eine Umfrage unter Immobilieninteressierten durch. Dabei stellte sich heraus, dass die Schwarmfinanzierung für die große Mehrheit der Deutschen eine Finanzierungsform mit großen Unsicherheitsfaktoren darstellt. Nur 20 Prozent der Befragten können es sich grundsätzlich vorstellen, auf diese Weise Kapital für den Kauf oder Bau einer eigenen Immobilie zu beschaffen.

Trotz dieser Skepsis sehen Experten im Crowdfunding gerade für den Immobiliensektor ein großes Potenzial. Schließlich haben andere Länder wie die USA oder Großbritannien bereits bewiesen, dass im Zuge von steigenden Mieten und horrenden Kaufpreisen für Immobilien alternative Finanzierungsformen immer mehr Anklang finden und mittlerweile tausendfach eingesetzt werden. Realisiert wird das Ganze über spezialisierte Plattformen, auf denen sich Kapitalnehmer und Investoren treffen und vernetzen können.

Des Weiteren hat die Studie gezeigt, dass Crowdfunding von Männern deutlich höher geschätzt wird als von Frauen. Die Umfragezahlen belegen dies deutlich: Rund 30 Prozent der in Deutschland befragten Männer können es sich grundsätzlich vorstellen, ihren Kapitalbedarf für den Kauf oder Bau einer Immobilie durch eine Schwarmfinanzierung zu decken. Dagegen stehen nur zwölf Prozent der befragten Frauen, die der gleichen Meinung sind. Und auch hinsichtlich der Altersgruppen gibt es große Unterschiede. So lehnen von den über 55-jährigen Befragten mehr als 70 Prozent eine solche Finanzierungsform generell ab, wohingegen die Altersgruppe der 25- bis 34–Jährigen deutlich interessierter daran ist. Hier kann sich rund ein Drittel aller Befragten vorstellen, ihre Immobilie mittels Crowdfunding zu finanzieren.

Fazit: In anderen Ländern längst populär, steckt Crowdfunding in Deutschland zur Finanzierung von Immobilien noch in den Kinderschuhen. Das Konzept bietet jedoch durchaus Potenzial und könnte in nächster Zeit einen deutlichen Schub an Beliebtheit erleben.

April 2015


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