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Gibt es eine Verschnaufpause bei den Immobilienpreisen?

In den vergangenen Jahren sind die Preise für Wohnungen vor allem in größeren Städten rasant angestiegen. Doch nun erwarten Immobilienexperten zumindest, dass der Anstieg der Preise abebbt, wobei sie sich allerdings auch nicht zu viel Hoffnung darauf machen. Denn eine Trendwende sehen sie trotz des seit mehr als einem Jahrzehnt andauernden Booms, der somit wesentlich länger dauert als im Normalfall, nicht. Doch zumindest eine Erleichterung scheint in Sicht zu sein.

Reiner Braun, Mitglied des Vorstands des Immobilienhauses Empirica, sagt dazu: „Die Preise dürften weiter steigen, aber weniger stark als in den Vorjahren. Der Auftrieb dürfte durch den verstärkten Neubau gedämpft werden, auch wenn das eigentliche Ziel, Hunderttausende von neuen Wohnungen zu schaffen, erneut verfehlt wurde.“

Wie Braun sagt, habe es in den vergangenen Jahren zahlreiche Sondereffekte gegeben, welche den bereits seit 2007 erfolgenden Anstiegt der Immobilienpreise in die Länge gezogen hätten. Zu diesen Sondereffekten gehören neben den niedrigen Zinsen auch die Flüchtlingsströme, die 2015 ins Land gekommen seien. Weitere Impulse würden jedoch fehlen. Zudem seien die Kaufpreise weitaus stärker gestiegen als die Mieten.

Gefragt: Wohnen in der City

Der Zentrale Immobilienausschuss (ZIA) ist ebenfalls zurückhaltend, was Aussagen zu den Immobilienpreisen angeht. Andreas Mattner, der Präsident des Ausschusses, sagt dazu: „Sie sind vielerorts schon sehr hoch.“ Er geht davon aus, das die Preise im Durchschnitt stabil bleiben dürften, denn auch der ZIA erwartet keine Umkehr des Trends. Der Grund: „Die Wirtschaft brummt, die Zinsen dürften absehbar niedrig bleiben, und es ist viel Geld im Markt.“ Vor allem die Großstädte seien nach wie vor beliebt, weil der Trend zum Wohnen in Innenstädten nach wie vor anhalte.

Nach den Daten von Empirica seien die Immobilienpreise 2017 deutschlandweit erheblich gestiegen. So stieg der Preis für Eigentumswohnungen zwischen Januar und September um 7,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Bei Ein- und Zweifamilienhäusern betrug die Teuerungsrate nahezu 5,8 Prozent. Allerdings gibt es regional große Unterschiede. So lag der Quadratmeterpreis für hochwertige Eigentumswohnungen durchschnittlich in München bei 6.470 Euro, in Frankfurt bei 4.000 Euro, im Erzgebirgkreis lag der Quadratmeterpreis hingegen bei 781 Euro, in Osterode am Harz sogar nur bei 710 Euro.

Zahlreiche Experten sind in vielen Orten vom Preisanstieg alarmiert. Beispielsweise hatte die Bundesbank kürzlich davor gewarnt, dass die Preise in Städten teilweise um 15 bis 30 Prozent über jenem Niveau lägen, welches durch fundamentale Daten wie etwa das Wirtschaftswachstum gedeckt seien. Allerdings sieht die Notenbank nicht die Gefahr einer Immobilienblase, weil die Finanzierungskredite nicht rasant wachsen und auch keine leichtfertige Darlehensvergabe erfolge.

Was passiert, wenn die Zinsen steigen?

Die Bundesbank warnt aber zugleich davor, dass sich so manche Finanzierung bei steigenden Zinsen als nicht nachhaltig herausstellen könnte. Ferner bestehe die Gefahr, dass die Preise sinken könnten und somit jene Wohnungen, die als Sicherheit für einen Kredit können, ihren Wert verlieren. Eine Gefahr darin sieht die Bundesbank insofern, als ein Großteil der Verschuldung deutscher Haushalte auf Immobilienkredite entfällt.

Jan Linsin, ein Vertreter des Immobiliendienstleisters CBR, glaubt jedenfalls nicht an fallende Preise in Regionalzentren, weil hier eine ungebrochene Nachfrage bestehe. Vor allem ausländische Investoren würden hohe Summen in Großstädten anlegen. „Bei Asiaten, Amerikanern oder Käufern aus dem Nahen Osten stehen deutsche Immobilien hoch im Kurs.“ Wie die Landesbank Helaba schätzt, bleibe außerdem das Angebot relativ eng. Denn eigentlich würden 2018 etwa 400.000 neue Wohnungen benötigt, gebaut würden jedoch lediglich nur 320.000. Hinzu kommt, dass in erster Linie teure Wohnungen gebaut würden, obwohl günstige gebraucht würden.

Aus diesem Grund fordert der ZIA Präsident Mattner, dass die Politik eine Entlastung schafft, beispielsweise, wenn es um die Abschreibung der Baukosten oder um den Verzicht auf striktere Energievorschriften bei einer energetischen Sanierung geht. Er kritisiert außerdem die hohen Grunderwerbsteuern. Diese seien nämlich in einigen Bundesländern von 3,5 auf einen Wert von 6,5 Prozent gestiegen. Dazu meint er: „Die Länder haben einen Anreiz, sich damit die Kassen zu füllen.“

Januar 2018


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