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Bauland in Berlin: Großfläche in Marzahn wird versteigert

Obwohl in der Bundeshauptstadt ein absoluter Mangel an Sozialwohnungen herrscht, verzichtet Berlin darauf, eine Großfläche in Marzahn verbilligt anzukaufen. Nun wird das Areal Landsberger Allee versteigert. Das Angebot, die Fläche zum Zweck des sozialen Wohnungsbaus verbilligt anzukaufen, hatte Finanzsenator Matthias Kollatz-Ahnen abgelehnt.

Die Senatsverwaltung begründet Die Absage wurde mit dem Hinweis auf die Wünsche des Bezirks für das Areal begründet. Diese Wünsche sind jedoch noch nicht einmal formuliert, geschweige denn in Planung. Obwohl das Land dem Bezirk das Planungsrecht entziehen könnte, „wenn dringende Gesamtinteressen Berlins betroffen sind“, was aber nicht erfolgt ist.

Trotzdem will Berlin mitbieten

Die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben hätte dem Land Berlin das 53.000 Quadratmeter große Grundstück zu einem Sonderpreis verkauft. Jedoch will das Land bei der Auktion – bei einem Mindestgebot von 990.000 Euro – mitbieten, so Eva Hahn, Sprecherin des Finanzsenators.

Damit das Land das Gelände zu einem verbilligten Preis bekommen hätte, hätte es darauf Sozialwohnungen errichten müssen. Dann hätte Berlin dem Bezirk Marzahn-Hellersdorf aber auch das bereits laufende Bebauungsplanverfahren entziehen müssen, um dieses entweder einzustellen oder selbst fortzuführen.

Deshalb ist für den künftigen Käufer prinzipiell noch alles möglich, obgleich bereits ein Bebauungsplan vorliegt. Die Deutsche Grundstücksauktionen AG, die das Grundstück an den Meistbietenden versteigert, sagt dazu: „Da dieser Bebauungsplan noch keine Planreife erlangt hat, beurteilt sich das Baurecht auf dem Grundstück derzeit nach §34 BauGB, gleichzeitig gelten aber auch die Entwicklungsziele des B-Plans, der Anfang 2017 wieder aufgenommen wurde und zur Zeit bedarfsgerecht aktualisiert wird.“

Die bedarfsgerechte Aktualisierung erläutert Manfred Weißbach, Leiter des Stadtentwicklungsamtes Marzahn-Hellersdorf, folgendermaßen: Das Amt habe eine Studie in Auftrag gegeben, durch welche in Frage kommende Flächen für eine gewerbliche Nutzung im Hinblick auf den Denkmalschutz abgestimmt wurde. Der Grund: Das Gelände wurde 2015 in die Denkmalliste eingetragen, weil sich auf dem Grundstück alte Bausubstanz, die teilweise wegen ihrer Bedeutung für die Gewerbegeschichte unter Denkmalschutz gestellt wurden. Fraglich ist lediglich noch, ob es sich in der Nähe der benachbarten Großsiedlungen um eine geeignete „gewerbliche Baufläche mit den Schwerpunkten verarbeitendes Gewerbe, Baubetriebe und produktionsorientierte Dienstleistungsbetriebe“ handelt.

Wohl kein weiteres Gewerbegebiet

Nachdem laut der Senatsverwaltung für Finanzen jedoch der Clean Tech Business-Park besteht, ist es fraglich, ob ein weiteres Gewerbegebiet, das sich nur wenige S-Bahn-Stationen vom Clean Tech Business-Park befindet, Sinn macht. Das Stadtplanungsamt Marzahn sagt dazu: „Für zukünftige Erwerber muss sichergestellt werden, dass eine für Berlin und den Bezirk Marzahn-Hellersdorf gewünschte gewerbliche Entwicklung nicht erheblich erschwert oder gar verhindert wird.“

Allerdings sind Gewerbeflächen in Berlin mittlerweile ebenso knapp wie Wohnungen und Büros. Zudem klagen viele Unternehmen über langsame Planungsprozesse. Guido Schütte, Chef der CA Immo Berlin, beispielsweise sagt: „Die CA Immo hat in Berlin an zwei Standorten außerhalb der City-Zentren hybride Gewerbehäuser entwickelt, um möglichst rechtzeitig auf die Nachfrage reagieren zu können.“ Jedoch: „Bislang konnte keine Einigung mit den zuständigen Bezirken erreicht werden, diese Gebäude zur Baureife zu bringen. Die Verwaltung möchte konkrete Nutzer benannt haben, die wiederum in ihrer Expansion nicht die Zeit haben, drei Jahre abzuwarten. Erschwerend kommt hinzu, dass die Spirale der ständigen Meldungen über neue Höchstmieten und Verkaufsfaktoren nur dazu führen, dass Unternehmen in ihren Expansions- oder Umzugsplänen nach Berlin verunsichert werden.“

März 2018


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