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Darum sind Werkswohnungen wieder gefragt

Die ersten Werkwohnungen sowie Gartensiedlungen für Arbeiter wurden vor etwa 170 Jahren errichtet. Dieses Konzept und die Wohnform haben Städteplaner lange Zeit vernachlässigt. Doch aktuell erleben Werkswohnungen eine Renaissance.

Das beste Beispiel dafür ist der Ortsteil Hackefelde des Berliner Bezirks Spandau. Die dortige Waldsiedlung wurde anno 1914 errichtet und galt damals als eines der modernsten städtebaulichen Experimente. Erbaut wurde sie für die Arbeiter der Berliner Rüstungs- und Industriefabriken. Insgesamt wurde auf acht Flurstücken eine Wohnfläche von 8.335 Quadratmetern errichtet. Zwar war die niedrige Randbebauung mit Innenhöfen schlicht, für damalige Verhältnisse war dies aber ein fortschrittliches und revolutionäres Wohnmodell.

In den Häusern herrschten allerdings äußerst beengte Wohnverhältnisse, zudem waren die Badezimmer nur winzig. Eingerichtet waren die Wohnungen unter anderem mit einer Waschküche sowie einem Trockenboden. Ferner gehörte zu jeder Wohnung auch ein Stück Garten.

Jedoch wurden die Gebäude ab 2016 nach dem heutigen Stand des Wohnens saniert. Dennoch sind die Mieten und Kaufpreise noch bezahlbar, obwohl Werkswohnungen und Gartensiedlungen mittlerweile sehr begehrt sind.

Gute Gründe sprechen für das Wohnkonzept

Auch Stadtplaner und Architekten entdecken die alten Wohnkonzepte wieder für sich. Denn eine geschlossene Randbebauung mit Innenhöfen lässt sich günstiger bauen und verbraucht außerdem weniger Fläche als ein vergleichbares Einfamilienhausquartier. Deshalb werden inzwischen auch alte Siedlungen rekonstruiert und auf den neuesten Stand gebracht.

Der Stadtteil Hakenfelde beispielsweise erinnert an ein Dorf am Rande der Metropole, wo die alten Häuser unter Denkmalschutz stehen. Die Sanierung will der Investor, die Deutsche Invest Immobilien AG, im November 2018 abschließen. Das Wiesbadener Unternehmen hat insgesamt 29 Häuser mit 132 Wohnungen gekauft, also etwa ein Drittel der Siedlung. Bei der Sanierung mussten allerdings strikte Denkmalschutz-Vorgaben eingehalten werden. Beispielsweise mussten die Fassaden, Briefkästen und Eingangstüren nach historischem Vorbild gestrichen werden.

Im Zuge der Arbeiten wurden unter anderem die Fenster erneuert und die Balkone saniert. In Berlin gilt Hakenfelde mittlerweile als Geheimtipp, weil die Häuser als „schnuckelig“ gelten und das Umfeld ruhig ist.

Hintergründe zu Werkwohnungen und Gartensiedlungen

Deutschlandweit wurden ab der Mitte des 19. Jahrhunderts bis in die 1930er Jahre hinein zu Bauherren. Dies war allerdings aus der Not geboren. Denn im Zuge der zunehmenden Industrialisierung wurden händeringend Arbeitskräfte gesucht. Auf dem Mietmarkt gab es jedoch nicht ausreichend Wohnraum. Deshalb ließen die Unternehmen Werksiedlungen errichten, um günstigen Wohnraum für die Arbeiterfamilien zu schaffen, der sich nahe der Produktionsstätten befand. Während des Zweiten Weltkrieges wurden viele dieser Siedlungen zerstört, andere wurden nach dem Krieg abgerissen oder dem Verfall preisgegeben.

Der Grund, warum Werksiedlungen heute wieder gefragt ist, ist derselbe wie damals: Viele Unternehmen suchen dringend Mitarbeiter, jedoch ist der Wohnungsmarkt überlastet.

Juli 2018


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