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Haus 4.0, was ist das denn?

Das Schlagwort Industrie 4.0 ist inzwischen hinlänglich bekannt, wobei sich die meisten Menschen nur so ungefähr etwas darunter vorstellen können. Dabei geht es vor allem um die digitale Vernetzung von Produktion, Planung und Verwaltung. Ein ähnlicher Ansatz wird im Haus 4.0 verfolgt, jedoch mit anderen Prioritäten.

Im Haus 4.0 steht der Mensch und seine Bedürfnisse im Mittelpunkt. Das hört sich egoistisch an, ist es aber nicht. Tatsächlich zeigt sich bei näherer Betrachtung im Haus 4.0 ein Zusammenspiel von Aspekten, die bisher eher als Gegensätzlich angesehen wurden. Ein gutes Beispiel für Gegensätzlichkeit ist die übertriebene Wärmedämmung von Häusern, die dazu noch mit umweltschädlichen Mitteln wie Styropor durchgeführt wurden und leider immer noch werden. Der Energiewert des Hauses wird auf Kosten der Umwelt verbessert. Doch es fängt schon viel früher an.

Herkömmlicher Hausbau verschwendet Ressourcen

Der Aufwand an Mensch und Material im Bauwesen innerhalb der Bundesrepublik Deutschland ist gewaltig. Dabei sind es nicht allein die oft angeprangerten Normen und Bauvorschriften, die den Hausbau nicht nur teuer, sondern auch ineffizient machen. Es sind oft auch überkommene Fertigungsschritte aus dem klassischen Bauwesen, die im Laufe von Jahrhunderten ständig erweitert wurden und es notwendig werden lassen, dass sich auf einer Baustelle viele verschiedene Handwerker die Klinke in die Hand geben.

Ein gutes Beispiel hierfür ist eine schlichte Hauswand eines üblichen Ziegelbaus an einem Einfamilienhaus. Auf das Fundament werden die Ziegel im Verbundsystem Stein für Stein gemauert. Ist die Mauer fertig, folgen zunächst die Elektriker und / oder die Sanitärinstallateure, die Leitungswege einfräsen und die Leitungen ziehen oder legen. Ihnen folgt wiederum der Maurer, der die Wand verputzt. Dann kommt der Fensterbauer und wiederum Elektriker und Sanitärinstallateure, um die Anschlüsse anzubringen, gefolgt vom Maler oder Fliesenleger und letztlich setzen die drei letztgenannten Gewerke noch Blenden sowie Zierleisten und führen eine Funktionsprüfung durch. Das Ganze übrigens beiderseits der Mauer. Handelt es sich um eine Außenmauer, kommt noch die Wärmedämmung, wiederum aufgeteilt in einem schichtweisen Aufbau, hinzu. Dabei verwenden alle auf dem Bau anwesenden Firmen unterschiedliche Materialien, deren Auswahl überwiegend ihnen selbst überlassen wird. In der Regel besitzt der Bauherr meist nur Einfluss auf den sichtbaren Teil der Arbeit, etwa das Design der Armaturen oder die Farbe der Fensterrahmen. Natürlich geben die ausführenden Firmen an, dass sie Materialien und Bauteile bestimmter Qualität verwenden, doch wer überprüft dies? Wer überprüft die tatsächlich anfallende Arbeitszeit? Hinzu kommt, dass alle Materialien einen mehr oder weniger festen Verbund eingehen, eben den so oft favorisierten Massivbau. Teuer und oft genug eher in die Vergangenheit und nicht in die Zukunft gerichtet.

Im Haus 4.0 ist alles anders

Das Frauenhofer-Institut für grafische Datenverarbeitung nennt die Zielstellung im Haus 4.0: „Die Planung, die Fertigung und den Lebenszyklus mittels verschiedener Softwarekomponenten zu optimieren“. Das bedeutet in der Umsetzung eine erhöhte industrielle Herstellung, weil dies der einzige machbare Weg ist, Effizienz, Nachhaltigkeit und Komfort unter einen Hut zu bringen.

Wenn nun so manchem Leser etwa DDR-Plattenbauten vor Augen schweben, so ist dies nicht der Fall. Das Haus 4.0 ist ein völlig neues Gebäudekonzept, indem aktuelle und zukunftsweisende Herstellungstechnologien und die IT-Nutzung Hand in Hand gehen.

Die drei Säulen des Haus 4.0

Das Haus 4.0, das auch unter dem Begriff Aktivplus-Haus bekannt ist, beinhaltet drei Schwerpunkte:

  1. Die Bedürfnisse der Bewohner stehen im Mittelpunkt. In der Gestaltung wird dem Wohlgefühl und der Behaglichkeit Vorrang eingeräumt, etwa durch große Fenster.

  2. Höchste Energieeffizienz. Das bedeutet, dass ein Haus 4.0 mehr Energie erzeugt, als es selbst verbraucht. So etwas funktioniert dank neuer Techniken selbst im eher kühlen Mitteleuropa.

  3. Das Haus 4.0 ist in allen drei Phasen seines Lebenszyklus umweltfreundlich. Bau, Betrieb und der spätere Rückbau sind durch die Auswahl der entsprechenden Materialien und die Anwendung der dazugehörigen Techniken so gestaltet, das die Nachhaltigkeit gewährleistet ist.

Letztlich ist das Konzept des Hauses 4.0 der richtige Weg, Bauen nicht nur Umweltfreundlich zu machen, sondern auf lange Sicht auch preiswerter als die bisherigen Bauweisen.

Januar 2019


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