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Warum keine Windenergie für zu Hause?

Solaranlagen zur Stromerzeugung sind heute in Deutschland ein normaler Bestandteil vieler Häuser. Windkraftanlagen hingegen finden sich in bebauten Gegenden kaum. Dabei besticht Windenergie bei entsprechender Lage durch eine höhere Ausbeute und einem 24-Stunden-Betrieb, hingegen Solaranlagen auf das Tageslicht angewiesen sind, um Strom erzeugen zu können.

Es hat jedoch mehrere Gründe, warum Windkraftanlagen meist nur als gigantische Windräder in besonders windreichen Gegenden zu sehen sind, jedoch kaum in Städten und Dörfern. Es beginnt beim Platzbedarf. Eine Windkraftanlage, die dafür ausgelegt ist, den Energiebedarf eines Einfamilienhauses zu decken, benötigt einen Rotor mit einem Durchmesser von etwa 3 m. Damit lassen sich rund 1,5 kW erzeugen. Nun lässt sich ein 3-m-Rotor nicht einfach am Balkongeländer anschrauben. Es würde auch nicht viel bringen, denn die Windausbeute so nahe an einem Gebäude ist zu gering. Ein solcher Rotor benötigt eine entsprechende Windenergie, um überhaupt anzulaufen. Das bedeutet, dass er entsprechend hoch in den Himmel gebracht werden muss.

Hoch bedeutet bei einem 1,5 kW Windrad etwa 10 bis 15 m über dem Boden, frei stehend. Im Idealfall wäre dies ein Stahlmast mit entsprechendem Abstand zu Gebäuden und einem möglichst offenen Gelände. Der Stahlmast muss zudem mit Stahlseilen abgespannt werden, damit er auch bei Sturm noch stehen bleibt. Der Bedarf an Fläche ist folglich recht hoch. Natürlich könnte das Windrad auf einem Dach montiert werden, allerdings darf nicht unterschätzt werden, welche Vibrationen ein schnell laufendes Windrad erzeugt. Immerhin erlauben heute die meisten Bundesländer das Aufstellen von Windkraftanlagen bis 10 m Höhe, allerdings mit unterschiedlichen Berechnungsgrundlagen. Die einen berechnen die Gesamthöhe, die anderen die Nabenhöhe und die nächsten erlauben es wiederum nur in Gewerbe- oder Mischgebieten.

Während eine Solaranlage über Jahrzehnte hinweg weitgehend wartungsfrei läuft, benötigt eine Windkraftanlage zumindest einmal pro Jahr einen Wartungscheck. Lager müssen nachgeschmiert und Schrauben sowie die Rotorblätter auf ihre Festigkeit geprüft werden.

Auch der Nachbar redet mit

In dicht bebauten Gebieten eine ernstzunehmende Windkraftanlage, also ab 1,5 kW, ohne Zustimmung des oder der Nachbarn aufstellen zu wollen, ist praktisch unmöglich. Die Begründung für Einsprüche beim Bauamt gegen das Aufstellen einer Windkraftanlage reichen von dauerhaften Geräuschemissionen über Schattenwurf bis hin zu irritierenden Lichtreflexen und letztlich ist es für viele auch eine Frage der Optik. Nicht wenige Gemeinden haben in reinen Wohngebieten einen entsprechenden Passus in ihrer Bausatzung, der Windräder von vorne herein ausschließt.

Trotz allem ist, rein theoretisch zumindest, der Einsatz einer Windkraftanlage die effektivste Nutzung der sogenannten freien Energien, wenn von den bereits beschriebenen Problemen einmal abgesehen wird. Die Ausbeute ist wesentlich höher als bei Solaranlagen, womit sich eine Windkraftanlage auch schneller amortisiert. Einzig Wasserkraft könnte hier noch mithalten, jedoch gilt dies nur für Gebäude in Flussnähe und der Möglichkeit der Einrichtung eines kleinen Wasserkraftwerkes.

Vertikale Windräder

Das Konstruktionsprinzip der horizontalen Windräder bringt die höchste Ausbeute. Nicht umsonst bestehen große Windparks, etwa in der Ostsee, aus Anlagen dieser Bauart. Vertikale Windräder bringen zwar weniger Leistung, haben jedoch gerade für den privaten Anwender ein paar Vorzüge. Sie sind nicht so ausladend, laufen üblicherweise leiser und erzeugen weniger Vibrationen. Auch muss in ihre Standfestigkeit weniger investiert werden. Da sie zudem nicht mittels Windfahne nachgeführt werden müssen, entfallen einige wartungs- und reparaturanfällige Teile.

So könnte die Einrichtung mehrerer kleinerer vertikaler Windräder auf dem Dach eine größere horizontale Anlage ersetzen. Aber Vorsicht, der Markt der vertikalen wie horizontalen Windräder für private Nutzer ist riesig und mit Enttäuschungen gespickt. Als Faustregel kann eine realistische Leistung von 300 Watt pro Quadratmeter Rotorfläche gelten, Leistungsangaben, die weit darüber liegen, sollten mit einer gehörigen Portion Skepsis betrachtet werden. Die Investitionen für eine gute Anlage liegen bei etwa 3000 Euro pro Kilowatt Nennleistung. Doch bevor ein Kauf getätigt wird, sollte genau geprüft werden, ob der Wind am vorgesehenen Standort ausreichend ist.

Februar 2019


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