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Was ist die bessere Alternative: Baukindergeld oder Wohnungsbauprämie?

Seit 2018 gibt es in Deutschland das sogenannte Baukindergeld, mit dem für Familien der Erwerb von Immobilien staatlich gefördert werden soll. Wer das Baukindergeld beantragt, bekommt zehn Jahre lang pro Kind einen jährlichen Zuschuss in Höhe von 1.200 Euro, sofern die Kinder unter 18 Jahre sind, im eigenen Haushalt leben und der Antragsteller oder der Partner dafür Kindergeld bekommt. Antragsberechtigt sind Eltern mit einem maximalen Jahreseinkommen von 90.000 Euro bei einem Kind, für jedes weitere Kind darf das Einkommen um je 15.000 Euro höher sein. Allerdings halten Experten das Baukindergeld für eine schlechte Alternative. Sie würden stattdessen empfehlen, die Wohnungsbauprämie zu reformieren.

Warum wurde das Baukindergeld eingeführt?

Eigenheimbesitzer profitieren in zweierlei Hinsicht von der eigenen Immobilie: So können sie im Lauf ihres Lebens wesentlich mehr ansparen als vergleichbare Mieterhaushalte, zum anderen bedeutet die eigene Immobilie auch ein Stück Sicherheit. Denn die Eigentümer können weder durch überhöhte Mietforderungen noch durch Luxussanierungen aus ihrem Eigenheim vertrieben werden. Weil die Preise für Wohnimmobilien immer steiler ansteigen, schaffen es aber immer weniger junge Familien, Wohneigentum zu erwerben. Denn während die Ausgaben für Miete rasch ansteigen, hinken die Einkommen hinterher und angesichts des historischen Zinstiefes ist es kaum möglich, Kapital anzusparen. Erschwerend kommt hinzu, dass auch die Nebenkosten für den Immobilienkauf drastisch ansteigen. Dazu gehören unter anderem die Maklergebühren und die Grunderwerbssteuern, die von den Bundesländern erhoben werden. Diese Kosten zehren das Eigenkapital auf, jedoch fordern die Banken für die Vergabe von Immobilienkredite nach wie vor einen Eigenkapitalanteil in Höhe von 25 Prozent.

Allerdings hat die Bundesregierung nur wenig Einfluss auf jene Probleme, die am Wohnungsmarkt tatsächlich existieren. Denn Bauland wird durch die Kommunen ausgewiesen und die Höhe der Grunderwerbssteuer sowie die Bauordnungen sind Ländersache.

Kein effizienter Einsatz der Finanzmittel

Reiner Braun, seines Zeichens Mitglied des Vorstandes im Beratungsunternehmen empirica, kritisiert, dass das Baukindergeld nicht äußerst effizient ist. Denn diese Subvention werde seiner Meinung nach in erster Linie von Verbrauchern in Anspruch genommen, die ohnehin gerade dabei sind, eine Immobilie zu kaufen – auch wenn sie die staatliche Unterstützung vielleicht gar nicht bräuchten. Lediglich in preiswerten Schrumpfungsregionen mache das Baukindergeld seiner Meinung nach Sinn, weil dadurch ein großer Teil der Finanzierung abgedeckt ist.

Die Wohnungsbauprämie als bessere Alternative

Nach Meinung von Braun wäre es dagegen besser, die Wohnungsbauprämie, welche bereits 1952 eingeführt wurde, zu reformieren. Denn laut wissenschaftlicher Untersuchungen würden Begünstigte, welche die Wohnungsbauprämie in Anspruch nehmen mehr sparen und somit auch die Eigenkapitalquote leichter überspringen. Allerdings macht sich die Wirkung dieser Förderung erst nach sieben Jahren bemerkbar. Hinzu kommt, dass sich die Einkommensgrenzen seit mehr als 20 Jahren nicht geändert haben.

März 2019


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