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Wohnungsnot: keine Besserung in Sicht

Das Thema Wohnungsnot sehen viele Experten mittlerweile als das größte soziale Problem der Gegenwart. Denn während immer mehr Menschen auf der Suche nach bezahlbarem Wohnraum sind, werden immer weniger Wohnungen frei. In der bayerischen Landeshauptstadt werden beispielsweise alljährlich nur noch für 0,2 Prozent aller Wohnungen neue Mieter gesucht. Und die Situation dürfte sich in den kommenden Jahren auch nicht bessern.

Ist die Politik Schuld am Wohnungsmangel?

Als gewaltigen Hemmschuh in Sachen Wohnungsbau empfindet Andreas Ibel, seines Zeichens Präsident des Bundesverbandes freier Wohnungs- und Immobilienunternehmen die Politik, die in erster Linie Stolpersteine für die Bauherren schaffen würde. Denn Vertreter der Immobilienbranche klagen nicht nur über hohe Preise für Baugrundstücke, sondern auch über ein Übermaß an Vorschriften. Erschwerend kommt noch dazu, dass in der Baubranche zu wenig Personal zur Verfügung stehe. Nahezu 70 Prozent der befragten 1.600 Immobilienunternehmen, die für etwa 50 Prozent des Wohnungsbaus in Deutschland verantwortlich zeichnen, klagen darüber, dass sich im Vergleich zum Vorjahr die Rahmenbedingungen für Neubauten noch weiter verschlechtert hätten.

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Wohnungsnot: keine Besserung in Sicht | © MobyMotion auf Pixabay

Nach den Vorstellungen der Politik beim Wohnungsgipfel, der im September 2018 stattgefunden hatte, sollten binnen vier Jahren 1,5 Millionen neue Wohnungen gebaut werden. Dieses Ziel hält Ibel für unerreichbar, weil das bedeuten würde, dass die Baufertigstellungen pro Jahr um 50 Prozent steigen würden. Er hält mehr als 250.000 neue Wohnungen pro Jahr für absolut unrealistisch.

Ein Problem: der Fachkräftemangel

Die angestrebten Ziele hält Ibel auch in den kommenden Jahren für nicht erreichbar. Und zwar schlicht und ergreifend aufgrund der Tatsache, dass sich der Fachkräftemangel verschlimmern dürfte. Dazu sagt Ibel: „Der wird noch dadurch verschärft, dass wir durch den Anstieg der bauordnungsrechtlichen Vorgaben immer mehr Experten benötigen.“ Der Fachkräftemangel betrifft dabei nicht nur Bauunternehmen, sondern auch Privatleute, die zunehmend Schwierigkeiten haben dürften, einen Handwerker zu finden.

Wie lässt sich der Mangel beheben?

Weniger Vorschriften könnten die Lage nach Meinung der Immobilienwirtschaft entspannen. Denn schon die administrativen Hürden in den Kommunen mit einer bürokratischen Kommunikation und langen Genehmigungsverfahren würde Projekte schneller möglich machen. Dazu Ibel: „Wenn die Politik das Bauordnungsrecht endlich entschlacken und vereinfachen würde, könnten wir mit den gleichen Kapazitäten viel mehr bauen.“ Selbst die 1,5 Millionen Wohnungen in einem Zeitraum von vier Jahren seien dann realistisch.

Ein weiteres Problem: Spekulanten

Als weiteres Problem sehen Vertreter der Immobilienbranche, dass viele potenzielle Baugrundstücke zurückgehalten werden, weil die Besitzer auf höhere Preise hoffen. Zudem würden Kommunen Baugrundstücke nach wie vor nach dem Höchstpreisverfahren vergeben. Dadurch würden natürlich auch die Herstellungskosten und die späteren Mieten steigen. Hinzu kommt außerdem die Tatsache, dass viele Investoren lieber in gewerbliche Immobilien, bei welchen weniger strikte Vorschriften herrschten, investieren, während der Bau von Wohnungen unattraktiver wird.

März 2019


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