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Januar 2011/4

Das Problem mit den fehlenden Seniorenwohnungen

Wer es noch nicht erkannt hat, dem sei gesagt: der demographische Wandel in Deutschland ist bereits in vollem Gange. Das bedeutet: Unsere Gesellschaft wird im Schnitt immer älter. Experten sagen voraus, dass bereits in etwa 15 Jahren in über einem Viertel der deutschen Haushalte Menschen leben, die 70 Jahre oder älter sind. Sowohl der Staat als auch das Gesundheitssystem und die deutsche Wirtschaft werden sich auf diesen Umstand wohl oder übel einstellen müssen.

Im Immobiliensektor hat man jedoch den Eindruck, dass der demographische Wandel in Deutschland bislang völlig ohne Auswirkungen geblieben ist. Das wird sich in Zukunft ändern.

Es sind vor allem seniorengerechte Wohnungen, von denen es heute noch viel zu wenige auf dem Markt gibt. Insbesondere die FDP setzt sich hier für den Ausbau der altersgerechten Wohnungen ein und fordert, dass der Anteil an barrierefreiem Wohnraum auf mindestens 20 Prozent bis zum Jahr 2030 erhöht werden muss. Andernfalls müssten sich die Altersheime in Deutschland auf einen Ansturm von über einer halben Million weiterer Pflegefälle gefasst machen.

Die FDP legt dabei Wert auf die Feststellung, dass sich schon mit sehr geringem Aufwand nahezu jede Bestandsimmobilien in eine seniorengerechte Wohnung umwandeln lasse. Insbesondere der Eingangsbereich sowie das Bad müssten dafür bei vielen Objekten geändert werden, viel mehr sei allerdings in den wenigsten Fällen zu tun.

Den Forderungen der FDP verleiht auch eine Studie Nachdruck, die kürzlich ermittelt hat, dass über zwei Drittel aller Bundesbürger lieber zuhause als in einem Altersheim ihren Lebensabend verbringen möchten. Um diesen Anforderung gerecht zu werden, fordert die FDP eine verpflichtende Barrierefreiheit für Neubauten. Jedes neue Wohnobjekt müsse nach den Gesichtspunkten des komfortablen, altersgerechten Wohnens konzipiert und gebaut werden. Nur so ließe sich erreichen, dass über die Hälfte der zusätzlich pflegebedürftigen Menschen bis zum Jahr 2020 auf einen Platz in einem Alters- beziehungsweise Pflegeheim verzichten könne.

Eine solche Reduzierung der benötigten Plätze in Pflegeheimen würde auch die Sozialkassen des deutschen Staates um fast 4,5 Milliarden Euro entlasten. Schließlich ist die ambulante Pflege zuhause schon heute im Schnitt rund 1.500 Euro im Monat günstiger als ein entsprechender Pflegeplatz in einem Heim. Experten befürchten, dass sich diese Differenz in Zukunft noch deutlich vergrößern wird - spätestens dann, wenn der große Ansturm auf die wenigen verfügbaren Heimplätze losbricht und sich diese Plätze dadurch naturgemäß drastisch verteuern.

Fazit: Weitsicht ist gefragt. Wir müssen schon heute dafür sorgen, dass es in 20 oder 30 Jahren keine Katastrophe durch die explodierende Anzahl von pflegebedürftigen Menschen gibt. Wird diese Chance verpasst, wird sich der deutsche Staat auf riesige Mehrkosten und viele neue Probleme einstellen müssen.


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