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Dezember 2011/01

Vorsicht: Wärmedämmung kann Brände beschleunigen!

Wie eine Untersuchung des NDR kürzlich zeigte, können energetische Sanierungsmaßnahmen für Immobilien durchaus unangenehme Begleiterscheinungen aufweisen, insbesondere im Bereich des Brandschutzes. Hauptgefahrenherd sind dabei die vielfach verwendeten Styroporplatten. Sie können im Ernstfall geradezu als Brandbeschleuniger wirken, da sie das ihnen zugrunde liegende Material Polystyrol hochentzündlich ist.

Um diese Eigenschaften nachzuweisen, startete das Verbrauchermagazin „45 Min“ ein Experiment, in dessen Rahmen ein gewöhnlicher Zimmerbrand simuliert wurde. Dazu wurden zunächst 16 mm starke Dämmplatten aus Styropor verbaut, über die jeweils eine Schicht Putz und Anstrich angelegt wurde. Somit entstand die gleiche Dämmung, wie sie in unzähligen Immobilien Deutschlands nach einer notwendigen energetischen Sanierung gegeben ist.

Das Ergebnis des Versuchs: Das Dämmmaterial Styropor hält den Flammen wesentlich kürzer stand, als von den Herstellern zunächst versprochen. Im Versuch wurde das Material eines Markenherstellers verwendet, der angab, dass das Material mindestens 20 Minuten den Flammen standhalten würde. Dieses Ziel konnte nicht ansatzweise erreicht werden. Stattdessen musste der Versuch bereits nach acht Minuten durch die bereit stehende Feuerwehr abgebrochen werden, da die Flammen schon nach dieser kurzen Zeit ein bedrohliches Ausmaß annahmen.

Doch nicht nur das: Nachgewiesen wurde auch, dass neben allen Gefahren einer Brandbeschleunigung auch noch hochgiftige Dämpfe entstehen, die zusätzlich große Schäden anrichten können. Eventuell durch den Brand betroffene Personen müssen dadurch noch schneller gerettet werden, damit keine Lebensgefahr entsteht bzw. bleibende gesundheitliche Schäden zu befürchten sind.

Es spielt übrigens keine Rolle, ob der Hersteller des Dämmmaterials in eigenen Testreihen die Brandsicherheit des verwendeten Materials angeblich nachgewiesen hat. So war es auch bei dem im o. g. Test verwendeten Dämmplatten, welche trotzdem nicht das halten konnten, was der Hersteller versprach.

Dabei gibt es durchaus Möglichkeiten, die Dämmmaterialien weitgehend feuerfest zu machen, z. B. durch das Einfügen einer sogenannten Brandsperre. Dabei handelt es sich um einen Streifen aus nicht brennbarer Mineralwolle, der gut in das Material eingefügt werden kann. Dieser sorgt dafür, dass die Flammen zumindest nicht auf andere, benachbarte Materialien übergreifen können und der Brand somit schneller unter Kontrolle gebracht werden kann. Leider sind solche Brandsperren bislang nur für Gebäude ab einer bestimmten Höhe gesetzlich vorgeschrieben. Über eine Änderung dieser Bestimmung sollte unbedingt nachgedacht werden.


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