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Können Hausboote die Mieten bremsen?

Hausboote zählen zu begehrten Unterkünften im Urlaub, weil sie ein ganz besonderes Flair bieten und die Ferien zu einem außergewöhnlichen Erlebnis machen. Doch bald könnten Hausboote ein gewohntes Bild in deutschen Städten werden. Aktuell wird nämlich daran geforscht, ob Hausboote vielleicht künftig die Wohnungsnot in Städten lindern können.

Ein Marinestützpunkt wird zur Siedlung

Ein Vorbild für diese Idee gibt es bereits. So hat das Unternehmen Helma Ferienimmobilien den einstigen Marinestützpunkt Kappeln in Schleswig-Holstein zu einer Hausboot-Siedlung umgebaut. Erst 2015 wurden zwei Stege fertiggestellt, an welchen je 15 Hausboote ankern. Jede dieser zweistöckigen schwimmenden Immobilien bietet eine Wohnfläche von 97 Quadratmetern, Wohn-, Kinder- und Schlafzimmer sowie eine Küchenzeile. Der stolze Preis liegt bei 430.000 Euro pro Hausboot. Trotzdem sei die Nachfrage nach Worten der Vertriebsleiterin Melanie Gatz sehr hoch: "Jedes zweite Haus ist bereits verkauft."

Damit scheint sich ein neuer Trend zu etablieren. Denn als Urlaubsunterkunft sind Hausboote schon seit Jahren gefragt. Zahlreiche Stammgäste würden ihre Unterkunft sogar zehn Jahre im Voraus reservieren, so Barbara Ziegan vom Unternehmen Wasserferienwelt Rügen. Die schwimmenden Ferienhäuser würden etwa an 80 Prozent des Jahres vermietet, womit die Auslastung etwa doppelt so hoch ist wie bei Ostsee-Ferienpensionen.

Großbritannien und die Niederlande als Vorbild

Vor allem in den deutschen Großstädten könnten künftig Hausboote für eine Entlastung auf dem angespannten Wohnungsmarkt sorgen. In anderen Ländern, etwa den USA, Großbritannien und den Niederlanden, sei dies bereits durchaus üblich. Beispielsweise liegen auf dem Lake Union in Seattle inzwischen bereits 2.500 Hausboote vor Anker. Und in Amsterdam sind in den Grachten schon komplette Siedlungen auf dem Wasser entstanden. Auch wenn diese Form des Wohnens noch ungewöhnlich ist, so gibt es auch in Deutschland einige Wohnungen auf dem Wasser, etwa am Berliner Landwehrkanal oder in einigen Becken des Hamburger Hafens, die nicht mehr für den regulären Hafenbetrieb genutzt werden. In der Hansestadt gibt es seit 1952 sogar eine schwimmende Kirche, die 1952 eingerichtet wurden.

Ein neues Konzept für schwimmende Häuser

Fünf Studenten der hessischen EBS Universität haben mit einer Erfindung eines der bisher größten Probleme gelöst, die Wohnsiedlungen auf dem Wasser schwierig gemacht haben: Die Versorgung der Hausboote mit elektrischem Strom ist sehr schwierig. Der Grund: Die Kais in den alten Hafenbecken besitzen tiefe Betonschichten, sodass die unterirdische Verlegung von Leitungen äußerst teuer ist. Werden sie über Masten gespannt, besteht hingegen bei Unwettern die Gefahr eines Stromausfalls.

Deshalb haben die Studenten die sogenannten Neptuna-Homes entwickelt, die ihren Strom selbst erzeugen. Dazu werden die Dächer mit Photovoltaikanlagen bestückt, während Turbinen unter den Rümpfen die Wasserströmungen nutzen. Die so erzeugte Energie wird in großen Batterien gespeichert, sodass sie rund um die Uhr zur Verfügung steht.

Allerdings gibt es noch ein weiteres Problem, nämlich die Trinkwasserver- und Abwasserentsorgung. Forscher der Dresdner Fraunhofer Institute für Keramische Technologien und Systeme IKTS sowie für Verkehrs- und Infrastrukturprobleme IVI haben gemeinsam mit der Universität Dresden und Partnern aus Industrie und Mittelstand ein sogenanntes Floating Home entwickelt, dass die Bewohner auch mit Trinkwasser sowie Wärme versorgen kann. Ein erstes Modell soll spätestens Ende 2017 auf dem Geierswalder See unter realen Bedingungen getestet werden.

März 2016


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