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Styropor: Baustellen liegen wegen Entsorgungs-Chaos lahm

Bereits seit Oktober darf Styropor nicht mehr gemeinsam mit herkömmlichem Bauschutt entsorgt werden. Weil die zuständigen Politiker hier eine wichtige Sache nicht bedacht haben, liegen Baustellen lahm. Der Grund: Bei der Entsorgung herrscht heilloses Chaos.

Tausende von Dachdeckern können momentan an mehreren hundert Baustellen in ganz Deutschland nicht weiterarbeiten, weil Styropor als gefährlicher Abfall eingestuft wurde. Dachdeckerpräsident Ulrich Marks vom Zentralverband des Deutschen Dachdeckerhandwerks (ZVDH) kommentiert die Situation mit folgenden Worten: „Erste Betriebe melden, dass sie Mitarbeiter in Kurzarbeit schicken oder sogar entlassen müssen, wenn es nicht bald eine Lösung gibt.“

Der Hintergrund für das Styropor-Problem:

Styropor enthält HBCD, ein gesundheitsschädliches Brandschutzmittel. Aus diesem Grund darf Styropor bereits seit dem 1. Oktober 2016 nicht mehr gemeinsam mit anderem Bauschutt entsorgt werden. Dass bedeutet, dass alte Dämmplatten separat verbrannt werden müssen. Das Problem dabei ist nur, dass die meisten Müllverbrennungsanlagen keine entsprechende Zulassung besitzen, um HBCD zu verbrennen. Ein Bestandteil von HBCD ist unter anderem Brom, welches giftig ist und deshalb von der EU auf die Liste gefährlicher Stoffe gesetzt wurde.

Die Bundesumweltministerin Barbara Hendricks weist die Schuld für das dadurch entstandene Entsorgungs-Chaos aber von sich. Sie sagt: „Diese Notlage ist durch den Bundesrat veranlasst.“ Dieser habe nämlich gegen die Empfehlung des Bundesumweltministeriums gehandelt. Denn eine Mehrheit der Bundesländer habe nach einer Vorlage aus Brüssel durch einen Beschluss des Bundesrates die Abfallkennzeichnungsverordnung im Vorjahr geändert. Der Grund war eben, dass Brom von der EU auf die Liste gefährlicher Stoffe gesetzt worden war, weshalb auch das deutsche Umweltrecht angepasst werden musste.

Die Bauhandwerker ihrerseits werfen den nationalen Politikern vor, dass sie in der Umsetzung der Vorgaben aus Brüssel über das Ziel hinausgeschossen seien. Deshalb haben einige Bundesländer die Regelung durch neue Erlasse mittlerweile auch wieder aufgeweicht.

Dezember 2016


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