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Eine besonders außergewöhnliche Immobilie: alte Bahnhofsgebäude

Zugreisende kennen diese Gebäude aus nahezu jedem Art, den sie passieren: Alte Bahnhofsgebäude, die nicht mehr bewirtschaftet oder anderweitig genutzt werden. Damit diese Immobilien nicht dem Verfall preisgegeben werden müssen, verkauft die Deutsche Bahn nun die alten Bahnhofsgebäude peu a peu. Und für diese Art von Immobilien gibt es sehr wohl Interessenten.

Wohnen im Bahnhof – so ist das möglich

Thomas Wittstock zählt zu denjenigen Investoren, die zum einen selbst in einem alten Bahnhofsgebäude wohnen und weitere Immobilien von der Deutschen Bahn aufkauft. Nach dem Kauf sorgt er für die notwendigen Investitionen, um die Immobilien anschließend weiter zu vermieten. Den Kauf neuer Bahnhöfe finanziert er über die Mieteinnahmen. Dadurch sei der Kaufpreis in maximal fünf Jahren abbezahlt. „Die Gebäude sind so, dass man sie mit relativ geringem Aufwand auch für heutige Verhältnisse vermieten kann. Zumindest, wenn man nicht zwei linke Hände hat“, sagt er dazu.

Die Deutsche Bahn verkauft schon seit geraumer Zeit jene Bahnhofsgebäude, die für den laufenden Betrieb nicht mehr benötigt werden. Insgesamt haben seit 1999 deshalb bereits über 2.100 Immobilien den Besitzer gewechselt. Gekauft werden die früheren Bahngebäude aber nicht nur von Privatleuten, sondern auch von Kommunen und Unternehmen. Wie sie künftig genutzt werden, hängt von den Plänen des Käufers ab. So wird der alte Bahnhof in Bad Saarow als Standesamt genutzt, während in Bad Wilsnack ein Bistro sowie die Tourist-Information in der Immobilie untergebracht ist.

Gerne werden die alten Gebäude der Bahn aber auch als Groß-WGs, Ateliers oder Veranstaltungsbühnen genutzt. Auf die Idee, einen alten Bahnhof zu kaufen, ist Thomas Wittstock eher zufällig gekommen, als er auf der Suche nach einem neuen Wohn- und Arbeitsraum war. Dabei hatte er festgestellt, dass vor allem in Ostdeutschland alte Bahnhöfe vergleichsweise günstig zu bekommen sind. Zunächst hatte er einen Wohnblock gekauft, in dem einst Bahnbeamte gewohnt hatten, später fing er auch an, Empfangsgebäude zu kaufen. Mittlerweile wohnen auf seinem Areal im Falkenberger Bahnhof insgesamt etwa zwei Dutzend Menschen.

Zugverkehr? Nicht ausgeschlossen

Nur weil die Bahn die Immobilie verkauft, heißt das noch lange nicht, dass dort auch keine Züge mehr halten. Beispielsweise hält am Falkenberger Bahnhof die Regionalbahn im Halbstundentakt. Das zugehörige Gebäude stammt jedoch noch aus der Zeit der Dampfloks, wo einst Schalterbeamte, Gepäckabfertiger sowie Stationsvorsteher tätig waren. In ländlichen Regionen reicht es dagegen heute aus, wenn ein Fahrkartenautomat am Bahnsteig aufgestellt ist.

Wie hoch ist der Ertrag?

Welchen Ertrag die Deutsche Bahn mit dem Immobilienverkauf verdient, ist nicht bekannt. Das Unternehmen hat aber ohnehin keine satten Erträge im Blick, sondern will vielmehr wirtschaftliche Risiken reduzieren, also nicht unnötigerweise Geld für Gebäude ausgeben, die nicht mehr genutzt werden.

Die Preise hängen wesentlich vom Zustand und der Lage des Gebäudes ab. Beispielsweise lässt sich ein ländlich gelegenes Bahnhofsgebäude, welches renovierungsbedürftig ist, in der Schwäbischen Alb mit einer Wohnfläche von 280 Quadratmetern schon ab 80.000 Euro bekommen. In Heidelberg hingegen verlangt die Bahn für ein kleineres Gebäude bereits mehr als 500.000 Euro.

August 2017


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