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Mietanstieg bei kleinen Wohnungen am stärksten

In den vergangenen sieben Jahren sind die Nettokaltmieten für kleine Wohnungen massiv angestiegen. Bei diesem Wohnungstyp ist der Bedarf am größten, jedoch werden zu wenige kleine Wohnungen gebaut.

Besonders betroffen von diesem Problem sind vor allem Studenten, die für ihre Miete immer tiefer in die Tasche greifen müssen. So sind die durchschnittlichen Preise für eine typische Studentenwohnung bei Neuvermietungen in den Universitätsstädten zwischen 2010 und 2017 laut eines Gutachtens, welches das Institut der Deutschen Wirtschaft für die Deutsche Real Estate Funds Advisor angefertigt hat, um bis zu 70 Prozent gestiegen. Dieser Trend dürfte sich auch zum Wintersemester 2017/2018 fortzusetzen.

Der Grund dafür liegt darin, dass die Zahl der Studenten weiterhin wächst. Obwohl sich an den Hochschulen weniger Studenten immatrikulieren als in der Vergangenheit, studieren im kommenden Halbjahr mehr als 2,8 Millionen junge Menschen, also 1,7 Prozent mehr als zuvor. Weil die Nachfrage also entsprechend groß ist, können die Vermieter für ihre Wohnungen auch immer höhere Preise verlangen. In Berlin stelle das IW mit 70,2 Prozent den höchsten prozentualen Anstieg fest. In absoluten Zahlen bedeutet das eine Steigerung des Quadratmeterpreises von sechs auf elf Euro. Mit etwas Abstand folgen Stuttgart (plus 62,2 Prozent) und München (plus 53,1 Prozent. Mäßiger fiel der Preisanstieg mit einem Plus von 30,6 Prozent in Hamburg aus, wo sich der Quadratmeter von neun auf zwölf Euro verteuerte. Den niedrigsten Anstieg verzeichneten die IW-Experten in Jena mit 9,7 Prozent.

Der Trend geht hin zur möblierten Wohnung

Auffällig ist laut Studie die Tatsache, dass immer mehr Wohnungen möbliert vermietet werden. Unklar blieb lediglich, ob die Vermieter dadurch die Mietbreisbremse umgehen wollen oder ob sie lediglich auf die entsprechende Nachfrage reagieren. Denn vor allem ausländische Studenten schätzen es, wenn sie eine voll ausgestattete Wohnung mieten können. Allerdings sagt Michael Voigtländer, Wohnungsmarktexperte beim IW: „Das treibt die Preise zusätzlich in die Höhe.“ Während in Berlin 8,2 Prozent der Studentenwohnungen möbliert angeboten werden, sind es in München bereits 18,2 Prozent.

Jedoch haben die Vermieter in den vergangenen sieben Jahren auch in die Ausstattung investiert, wodurch die Qualität der Wohnungen verbessert worden sei. Denn eine moderne Einbauküche, ein besserer Fußbodenbelag und eine zeitgemäße Ausstattung im Bad würden auch einen höheren Mietpreis rechtfertigen. „Dies ist ein Quallitätseffekt und keine Verteuerung des Wohnungsmarktes, auch wenn es für Studenten de facto eine zusätzliche Belastung darstellt, dass sie hochwertigere Wohnungen mieten müssen“, so der Wortlaut im Gutachten.

Wo steigen die Preise weiter?

Die Neuvertragsmieten sind in der bayerischen Landeshauptstadt, wo der Quadratmeter im Schnitt 18,40 Euro kostet, am höchsten. „Setzt sich die aktuelle Entwicklung fort, dann werden Studenten in der bayerischen Landeshauptstadt bald mehr als 20 Euro für einen Quadratmeter Wohnraum zahlen müssen“, warnen die Immobilienexperten.

Damit sind die Preise in München um 25 Prozent höher als in Stuttgart, wo der Quadratmeter 14,90 Euro kostet. Doch auch in Frankfurt, Hamburg, Heidelberg, Berlin, Bonn und Köln liegen die Preise bei mehr als zehn Euro.

Nach Michael Voigtländers Dafürhalten lasse sich die Situation lediglich durch zusätzliche Studentenwohnheime und weitere Neubauten entschärfen. Jedoch würden die Kommunen zu wenig Bauland freigeben, während zugleich die Genehmigungsverfahren äußerst lange dauern. Beispielsweise sei der tatsächliche Wohnungsbedarf in Berlin lediglich zu 40 Prozent durch Neubauten gedeckt worden. „Um alleine diesen Wohnungsbedarf nachzuholen und den Wohnungsmarkt zu entspannen, müssten rund 45.000 Wohnungen in Berlin neu gebaut werden. Entsprechend steigen die Mietpreise für studentisches Wohnen weiter an, auch im ersten Halbjahr 2017“, so der IW.

Oktober 2017


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