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Bauschadenbericht 2018: Die Zahl der Bauschäden steigt

Immer öfter lassen sich bereits an Neubauten Schäden wie Risse an Wänden, undichte Dächer und vieles mehr feststellen. Das dürfte vermutlich am Bauboom liegen, der 2009 begonnen hatte. So ist die Zahl der Bauschäden seit 2009 um 89 Prozent gestiegen. Das gilt auch für die Schadenssummen. Lagen diese 2008 noch bei 49.000 Euro, sind es aktuell fast 84.000 Euro. Verantwortlich machen Experten dafür vor allem zwei Faktoren: Die Baufirmen sind überlastet und auf den Baustellen herrscht großer Termindruck. Aber auch politische Gründe seien dafür verantwortlich.

Florian Becker, Geschäftsführer des Bauherren-Schutzbundes, der die Studie in Auftrag gegeben hat, sagt dazu: „Der Bauschadenbericht spiegelt wider, was unsere Bauherrenberater täglich auf der Baustelle erleben.“ Gepfuscht werde vor allem an Dächern, Fußböden, Decken und in der Haustechnik. Als Folge entstehen Risse und die Wohnung sind feucht. Offensichtlich werden die Baumängel in aller Regel im ersten Jahr nach der Fertigstellung. Becker weiter: „Manche Probleme wie die fehlerhafte Abdichtung bei bodengleichen Duschen, die schon auf dem Rückzug waren, kommen jetzt wieder verstärkt.

Warum treten die Baumängel verstärkt auf?

Als Grund für die Situation sieht Becker neben dem Fachkräftemangel auch die hohe Marktauslastung. Denn: „Bauen wird durch höhere gesetzliche Anforderungen und komplexere Bauteile immer komplizierter. Dadurch steigt auch die Fehleranfälligkeit bei der Planung und Bauausführung.“ Hans-Ullrich Kammeyer, seines Zeichens Präsident der Bundesingenieurskammer, ergänzt: „Jahrelang waren Ingenieurbüros nicht ausgelastet und mussten daher zwangsläufig Kapazitäten abbauen. Heute stoßen sie im Boom an ihre Grenzen.“ Weil nach dem Immobilienboom im Zuge der deutsch-deutschen Vereinigung weniger gebaut wurde, seien laut Landesbank Helaba in der Branche mehr als eine Million Arbeitsplätze gestrichen worden.

Vor allem Ingenieure würden am Bau fehlen, was sich auch durch Hochschulabsolventen nicht so leicht ausgleichen ließe. Hinzu kommt, dass Kammeyer Defizite in der Ausbildung sieht. Durch die Einführung der Bachelor- und Masterstudiengänge seien zu viele „Mode-Studiengänge“ geschaffen worden. Er meint: „Statt Abschlüssen mit tollen Namen und wenig Ingenieurinhalten braucht es wieder mehr breit aufgestellte Ingenieure.“

Die Bauherren sind gefragt

Sollen aus kleinen Bauschäden nicht folgenschwere Schäden entstehen, müssen laut Becker auch die Bauherren aktiv werden. Er rät: „Kurzfristig kann der Verbraucher teuren Bauschäden mit einer baubegleitenden Qualitätskontrolle vorbeugen.“ Dabei kontrolliere ein Sachverständiger, ob die Bauausführung vertragsgerecht erfolgt und erkennt entstehende Mängel. Doch nicht nur die Bauherren sieht er in der Pflicht: „Die Unternehmen müssen deutlich mehr in die Qualifikation ihrer Mitarbeiter investieren und Fachplaner hinzuziehen.“

Die Politik muss handeln

Hans-Ullrich Kammeyer sieht aber auch die Politik in der Pflicht. Er meint: „Wir brauchen Planungssicherheit bei Investitionen der öffentlichen Hand, damit wir nicht krasse Kapazitätsschwankungen haben.“ Das heißt: Gibt es beim Wohnungsbau Engpässe, müsse die Politik gegensteuern.

Dezember 2018


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